Schlag mich!

Ich interessier mich für Musik seit ich vier bin – wisst ihr! Ich habe als Musikredakteur gearbeitet – wisst ihr auch. Egal, mit was ihr um die Ecke kommt: ich hab da bestimmt eine festgefahrene Meinung zu – ihr habt es geahnt 🙂

Was ihr allerdings nicht wisst: ich habe überhaupt keine Ahnung von Musik! Also, ´ne Ahnung im Sinne von Instinkt vielleicht schon – aber ´ne Ahnung im Sinne von Wissen oder Erkenntnis: Nada!

Ich kann noch nicht mal Noten lesen. Klar, die Eselsbrücke aus der Schule mit „Es geht hurtig durch Fleiss“ und „Fritz Aß Citronen Eis Gern“ sind auch bei mir hängen geblieben – aber ab dann heißt es nur noch: Ende Gelände!

In meiner Jugend Maienblüte wollte ich unbedingt Gitarre spielen. Für mich war klar: ich bin der nächste Richie Blackmore! Ich bekam auch eine Gitarre. Eine Wandergitarre. Als ich die in Händen hielt, klang das nach allem – nur nicht nach Richie Blackmore. Ich sollte Unterricht nehmen. Die erste Stunde begann mit „Hoch auf dem gelben Wagen“…

Das war´s. Gut, ein paar Grundakkorde kann ich noch, aber auf einem Notenblatt würde ich noch nicht mal mehr die erkennen. Die einzigen Noten, die ich lesen kann, sind Schlagzeug-Noten – und ja, ich kenn die einschlägigen Drummer-Witze und das wir ja keine Musiker sind.

🙂

Was hat drei Beine und das Arschloch oben?

Ein Drum-Hocker.

🙂

Ich habe spät damit angefangen. Als ich 50 war, stellte mich das Schicksal vor die Wahl und ich war wahnsinnig genug, nochmal mit etwas völlig Neuem anzufangen. Seitdem nenne ich  ein Gretsch-Set mein eigen – ein Renown 57 Motor City Black – habe fünf Jahre Unterricht genommen und hobbymäßig in ein paar Bands gespielt.

light
Das Drum-Set

Als ich anfing, war das wie mit der Gitarre – ich wollte nur der weltbeste Schlagzeuger werden. Zwar habe ich auch das bislang nicht geschafft, aber diesmal hab ich mich durchgebissen und weiter gemacht. Der Unterricht war natürlich lehrreich – was mich aber allgemein weiter gebracht hat waren Proben und Auftritte mit den Bands.

Durch die Arbeit und den Spaß, den das gemeinsame Musizieren macht, habe ich mehr über Musik, Harmonien und Noten gelernt als in meiner gesamten Schulzeit. Ich kann ein fis zwar noch immer nicht von einem Gmoll unterscheiden – but who the fuck cares. Wenn alle anderen im Proberaum darüber diskutieren, wie man Song XY in A transponiert, kann ich mich zurücklehnen 🙂

Seitdem höre ich allerdings auch ganz anders Musik, allein schon, weil ich dem Schlagzeuger viel aufmerksamer zuhöre. Und dem Bass. Und dem Gesang. Und dadurch entdecke ich viele alte Lieblinge auf meinem Dreher auch wieder neu. The Sweet waren eine meiner ersten Lieblingsbands – was Mick Tucker da allerdings zum Teil an seiner Schießbude gezaubert hat, habe ich erst jetzt zu schätzen gelernt.

Oder Gavin Harrison. Klar, der war schon immer genial. Aber was er auf  „Your wilderness“ von Pineapple Thief abgeliefert hat, ist schon kein Schlagzeug spielen mehr – das sind durchkomponierte Rhythmus- Symphonien, bei denen kaum ein Takt dem anderen gleicht.

men@work
Man @ work

Das letzte Jahr war allerdings drummäßig bescheiden – ich musste mich mit einer Arthrose im Daumensattelgelenk rumschlagen. Einfach eine blöde Stelle für Schmerzen, wenn man Schlagzeug spielt. Aber bald geht es da munter weiter 🙂 Ich spiele in einer neuen Band, die ein Repertoire hat, das jenseits meiner bisherigen musikalischen Wahrnehmung liegt. Und mein bisheriges Schlagzeugspiel kann ich auch ordentlich umkrempeln.

Ich sehe das als Abenteuer und Herausforderung. Und es macht Spaß. Und wer Lust hat, auf dem Laufenden zu bleiben, kann ja mal hier vorbei schauen: https://www.facebook.com/Ax.T.Beat/

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