#IchBinNichtVerrückt

Eigentlich gehört das Wort „eigentlich“ ja verboten… 🙂

Ich höre gerne Musik. Und ich höre gern gut Musik, sprich: ich mag es, wenn das Gesamtbild klanglich für mich stimmt.Auf der Jagd nach dem „richtigen“ Klang war ich auch immer sehr interessiert, neue remasterte Aufnahmen zu begutachten. Was dazu führte, dass ich so manches Album in mehr als einer Version auf CD zu Hause habe. Von Pink Floyds „Wish you were here“ müssten es so mindestens sieben Versionen sein… die limited Hybrid SACD Edition von 2013 ist übrigens mein Favorit 😉

wish

Aber es geht jetzt gar nicht um Pink Floyd…

Einiges an meinen Hörgewohnheiten hat sich im Laufe des letzten Jahres geändert und zwar dadurch, daß ich mich nach 30 reinen CD-Jahren wieder für Vinyl interessiere. Als ich im Januar 2017 wieder damit anfing, hatte ich mir felsenfest vorgenommen, keine Alben auf Vinyl zu kaufen, die ich schon auf CD habe. Gut, der Vorsatz hat nicht lange gehalten, aber ich gebe mir Mühe, das in Grenzen zu halten 😉

_20180215_210558

Wenn man sich einen Plattenspieler zulegt, will man natürlich auch direkt ein wenig Material haben, um was auflegen zu können. Und wenn man sich, wie ich, auch für die klanglichen Aspekte interessiert, gerät man natürlich schnell in Versuchung… der war ich schnell erlegen, denn eine meiner ersten Vinyl-Scheiben war das Debut-Album von Peter Gabriel, Car – und es mußte natürlich die halfspeed gemasterte Version auf 45 rpm sein. Ich wollte ja schließlich auch klanglich ausloten, was Vinyl gegenüber der CD kann.

Was soll ich sagen – das klang schon ganz anständig. Die Aufnahme hatte ein wenig mehr Luft als mein CD-Favorit, die japanische Papersleeve Ausgabe von 2007. Die war bis dahin klanglich jeder Ausgabe überlegen, und irgendwie auch ein wenig meiner neuen Vinyl-Version. Das war allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass CDs in Sachen Dynamik dem Vinyl einiges Voraus haben – und das waren meine Ohren ja immerhin 30 Jahre lang gewohnt.

_20171203_161719

Jedenfalls: der Vorsatz, keine CD-Alben auf Vinyl zu kaufen war relativ schnell gebrochen. Aber ich wollte mir ab dann Mühe geben… bis ich Peter Gabriels „Up“ in der 45 rpm-Version auf einer Börse fand. Neu. Eingeschweißt. Für 20 €. Mal ehrlich, die kann man doch nicht stehen lassen, zumal die meist für das Doppelte, manche gar für bis zu 80 € gehandelt werden. Die limitierte Ausgabe mit der Nummer 00001 steht bei Discogs für 11.000 € – so viel dazu 🙂

Was ich im Laufe der Zeit festgestellt habe: Klang auf Vinyl wird weniger durch das Gewicht definiert – 180g sind nett, ich hab 110g Vinylscheiben gehört, die einem klangmäßig den Atem rauben. Versucht´s mal mit der Erstpressung von Jean Michel Jarres Zoolook – Hammer! Viel wesentlicher ist das Vinyl-Mastering, halfspeed bevorzugt, 45 rpm optimal. Außerdem bleibt man bei der Abspielgeschwindigkeit auch schön in Bewegung 🙂 Und um es kurz zu machen: „Up“ klang schon mehr als anständig…

IMG_20180113_191600_918

Weihnachten 2017. Bislang hatte ich ein Ortofon M2 Red auf meinem Pro-Ject. Es gelüstete mich nach dem M2 Black und dummerweise wurde es mir neu günstig angeboten… von da an wurde alles viel besser in Sachen Vinyl hören. Mehr Raum, mehr Durchlässigkeit, mehr Dynamik – das kleine Schwarze ist ein Traum. Und da Weihnachten war und mir ein sehr lieber Mensch Peter Gabriels „So“ in der 45rpm-Version auf den Gabentisch gelegt hatte, geschah, was geschehen mußte:

Das Teil klang atemberaubend! Ein Album, das ich rauf und runter kenne, das seit Jahrzehnten meine Referenz bei der Anschaffung neuer HiFi-Spiezeuge diente, flashte mich wie nur ganz, ganz wenige Scheiben zuvor. Und allen Vorsätzen von Anfang 2017 zum Trotz fasste ich einen Entschluss: Peter Gabriels Studio-Alben mußte ich fortan alle in der 45rpm-Version haben. Auch wenn ich leichte Zweifel hatte, denn „So“ wurde ja schon zu einer anderen Zeit mit vollkommen anderen Mitteln aufgenommen als z.B. „Scratch“, Gabriels zweites Album.

IMG_20180212_160102_697

Das hatte ich immer sehr gemocht. Man hört ihm die Rauheit an, in verschiedenen Studios aufgenommen zu sein, die Spielereien, die ganze gesamte perfekte Unperfektion – Was man vor allem in der 45rpm-Version heraushören kann. Wenn die Song-Atmosphäre Enge vermitteln soll, ist der Klang auch entsprechend. Oder die Gitarren schreddern richtig, wie bei „D.I.Y.“. Bei „Exposure“ oder „Mother of Violence“ kann man die Luft zwischen den Instrumenten atmen hören…  und ja, sie steht bei mir im Regal…

Ich war angefixt. „Security“ musste her. Mein Lieblings-Album von PG. Schock. Nicht the monkey, sondern mich… Gabriel hat die volle Bandbreite digitaler Produktion ausgereizt und reichlich Musik mit dem Fairlight eingespielt. Da kommt klanglich nicht viel zur Geltung im Vergleich zur CD 😦 – die klingt sogar eine Spur besser, weil stimmiger im Gesamtbild. Der Vorteil bei digitalen Produktion. Ausser bei Jerry Marottas Schlagzeug. Das legt sich quasi um jeden Song sprichwörtlich drum herum.

sec

Die Bassdrum tief, ganz tief – und ich meine das von der Örtlichkeit: sie liegt tonnenschwer auf dem Boden, die Toms ummanteln die Songs, die Snare trifft dich ins Herz. Als Drummer hör ich natürlich vor allem darauf 😉 Einzig „Shock the monkey“ kommt in einem einheitlichen, runden Klangbild daher. Der Song wurde allerdings auch noch mal extra geremixt… doch was soll´s. Die Reise geht weiter.

Fehlen noch „Melt“ und „Us“.

Eigentlich bin ich nicht verrückt. Aber wahrscheinlich eigentlich doch… 🙂

hier das Update 🙂

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: