Gleb Kolyadin – Same

Ich mag eigentlich eher Gitarre, Schlagzeug und Bass. Klavier mag ich nur hin und wieder. Die Soloalben von Rick Wakeman mag ich zum Beispiel sehr, wenn auch nicht alle. Seine „Piano Portraits“ sind neben den „Sechs Weibern“ hier hoch im Kurs.

Ich mag in der Klassik die russischen Komponisten. Vor allem Stravinsky und Rimsky-Korsakov. Ich mag diese schwermütige Wucht ihrer Kompositionen.

Iamthemorning mag ich nicht. Aber so was von gar nicht. Liegt aber an der Stimme der Sängerin. Hören und genervt sein ist für mich eins. Ihr letztes Album Lighthouse wurde hochgelobt, ich hab reingehört – keine Chance. Und raus aus dem Kopf.

Letztens bin ich auf das Debütalbum von Gleb Kolyadin gestoßen. Eigentlich gar nicht wegen ihm, sondern wegen der ganzen Gastmusiker. Mike Moss z.B. von Antimatter – die hab ich auch erst kürzlich entdeckt.

Gavin Harrison ist mein Lieblings-Drummer. Nick Beggs mein Lieblingsbasser. Beide hatten mit Steven Wilson zu tun. Beide haben meines Wissens nie zusammen gespielt. Jetzt tun sie es:

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Ich war interessiert – bis ich feststellte, dass Gleb Kolyadin die zweite Hälfte von Iamthemorning ist. Aber die Sängerin war nicht dabei – er sollte seine Chance bekommen 😉

Das Album hat mich vom ersten Hören an fasziniert – und ich könnte noch nicht einmal sagen warum. Es ist einfach eine gelungene Melange aus Rock, Jazz und kleinen proggigen Ausflügen und klassischen Anleihen. Harrison und Beggs grooven, wo Groove gefragt ist oder begleiten einfach nur unaufdringlich im Hintergrund.

Oder Gleb schmeißt die Sache ganz alleine. Die Kompositionen haben dieses Schwermütige, das offenbar nur ein Russe zustande bringen kann. Und es ist eines der wenigen Alben, wo mich Klaviermusik nicht nervt wenn sie ganz alleine aus den Boxen kommt.

Das Album ist nicht wirklich greifbar, katalogisierbar – aber nachvollziehbar. Für mich ist es, als ob Rick Wakeman von einer Frischzellenkur aus Moskau zurück gekommen ist.

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Es muss in diesem Jahr musikalisch noch viel passieren, damit es dieses Album am Ende nicht in meine Top Ten für 2018 schafft. Es ist eine Entdeckung – wenn man Klaviermusik mag. Und russische Schwermut. Und Harrison und Beggs.

Jetzt bleibt neben den Perfect Beings noch Platz für acht Alben in diesem Jahr 🙂 ich bin gespannt…

 

2 Kommentare zu „Gleb Kolyadin – Same

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