#InspiredByEclipsed

Wenn man sich ein paar Dekaden mit Musik beschäftigt, hat man im Laufe der Zeit ja so seine Vorlieben entwickelt. Oder auch seine Abneigungen. Und wie das allgemein so mit dem Alter ist: diese Meinungen verfestigen sich auch immer mehr. 🙂

Nun ist Musik an sich, egal in welcher Form, ein sich immer entwickelndes Ding, das vor allem eins nicht mag: Stillstand! Natürlich bekommt man da immer Vorschläge von anderer Seite: hör dies mal, hör das mal… was allerdings meistens darin endet, dass ein völlig entgeisterter Mensch vor mir steht, der es überhaupt nicht fassen kann, warum mich sein aktuelles Lieblingsalbum so was von kalt läßt…

Kleiner Einwurf: wenn man ein Stück Musik wenigstens richtig Scheiße findet, hat eben jenes Stück Musik ja sein Ziel erreicht – du hast dich damit befasst, es gehört, eine Meinung gebildet. Unter dem Gesichtspunkt ist es natürlich völlig übel, wenn ein Stück Musik aber auch so was von gar nichts in dir hervorruft – noch nicht mal Abscheu… Todesurteil!

Neue Musik, neue Bands, neue Alben zu entdecken ist immer ein bisschen wie „Liebe auf den ersten Blick“ – es trifft dich, wenn du nicht damit rechnest. Und es trifft dich dann in aller Regel mit voller Wucht. Vor allem bleiben die musikalischen Begegnungen – im Gegensatz zu den zwischenmenschlichen Episoden – meist bis zum Ende… 😉

Ich schweife ab…

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… das Rock-Magazin eclipsed feiert in seinem aktuellen Heft die 200. Ausgabe und darin nennen 200 Musiker ihre Lieblingsalben und Geheimtipps. Da ich auf der Suche nach Inspiration war, genau das Richtige! Gut, man merkt: auch Musiker sind nur Menschen, und die stehen dann auch auf „Dark Side of the Moon“, „Close to the Edge“, „Trick oft he tail“, Steven Wilson, Deep Purple oder wie die „üblichen Verdächtigen“ auch alle heißen.

Abgesehen davon, dass man manchem Musiker ausgerechnet DAS Album nicht zugetraut hätte (man sehe sich z.B. die Tipps von Alice Cooper an) – es gab jede Menge Eyecatcher. In viele von denen – z.B. die Tipps von Alice Cooper 😉 – hab ich reingehört, um sie dann gleich wieder für meine Regale zu streichen. Aber drei sind hängen geblieben!!!

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Nr.1 #InspiredByEclipsed – Elbow

Ich hatte die Band schon immer auf der Uhr, aber nicht zwingend alle Alben. Ihr Debüt „Asleep in the Back“ hatte mich bei Erscheinen gleich weggeblasen – endlich mal neue klänge für meine Ohren 🙂 „Cast of Thousands“ war daraufhin Pflicht, „Little Frictions“ war letztes Jahr locker in meinen Jahres-Top Ten.

„build a rocket boys!“ hatte ich nie auf dem Radar – aber das kam bei den Tipps der Musiker so oft vor, dass ich es blind gekauft habe. Wie ich dann erst beim Auspacken erfuhr, auch noch in 45rpm… das also war schon mal kein Fehlgriff! Das Album-Cover ist ganz nebenbei auch haptisch ein Erlebnis – warum bei dem Aufwand und den relativ dicken Innerleeves keine gefütterten Taschen verwendet wurden, bleibt allerdings ein Rätsel. Die Rückstände auf dem Vinyl sind schon derbe…

Beim ersten Hören erschloss sich mir allerdings nicht, warum so viele Prog-Musiker das Album empfahlen. Beim 2. Mal auch nicht. Beim dritten Mal bin endlich hinter das Geheimnis gekommen: das Album will deine gesamte Aufmerksamkeit! Die geile Zicke… Ich hab es selten erlebt, dass Sounds für den Gesamteindruck so wichtig sind, wohin Stimmen, Instrumente, Effekte gemischt werden – aber es lohnt sich! ♥

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Der Jubiläumsausgabe der eclipsed lagen 2 CDs bei. Meistens leg ich diese Beilagen-Silberlinge im Auto ein, hör quer, skip durch, gut ist. Diesmal war es anders. Hab einen Song auf der CD gehört, war verliebt, habe das Album bestellt und mich erst mal nicht weiter damit beschäftigt. Der Song hieß „Aurora“, die Band Long Distance Calling.

Nr.2 #InspiredByEclipsed – Long Distance Calling

Auch, wenn ich noch nie ein so schlecht aufgenommenes Schlagzeug gehört habe – was für ein geiles Teil! Von soundmäßigen Keyboard-Gewaber á la Pink Floyd bis zum ekligen Metal-Gehämmer alles dabei. Man merkt: ich mag Metal eigentlich gar nicht – aber hier paßt´s, zumal sich die Metal-Anteile in den Stücken auch echt in Grenzen halten. Aber allein für die teils schrägen Sounds lohnt sich das reinhören. Und für die Musik! Kaum glaubst du, du hast einen Song im Griff, schlägt der nen Haken – und am Ende ist doch alles aus einem Guss.

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Jedenfalls war ich so begeistert, dass ich gleich das aktuelle Album „Boundless“ hinterher bestellt habe. Auch blind und auch hier kein Fehlgriff! Eigentlich bin ich kein Fan von instrumentaler Gitarrenmusik, aber hier werde ich schwach – spannende Kompositionen, toll produziert und das Schlagzeug klingt auch nicht mehr wie mit dem Poppy-Rekorder im Keller aufgenommen 😇 Und ich mag die Haptik des Covers!

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Alles in allem ist die Band eine großartige Neuentdeckung für mich! Da geht bestimmt noch was.

Und dann gab es ja noch eine weitere CD, die der eclipsed beigelegt war. Darauf zu finden: „I wanna win“ von IZZ. So geht Liebe auf den ersten Blick…

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Nr.3 #InspiredByEclipsed – IZZ

Kennst du das, wenn du einen Song hörst und der dich direkt bei den Eiern hat? Ich liebe diese Momente und sie sind viel zu selten. Dabei hatte gerade der Song meine Aufmerksamkeit erst einmal deswegen, weil ich mich anfangs nur gewundert hab, warum das Teil auf einem Prog-Sampler ist! Ein paar Minuten später wußte ich warum 😉

Das Album, auf dem der Song drauf ist, heißt „Break“ und ist, wie alle anderen Alben der Band, nur auf CD zu bekommen. Alle? Nein, ein Album ist tatsächlich auf Vinyl erschienen, „Crush of Night“. Kleine Auflage, 500 Stück weltweit. Ich wollte natürlich DEN einen Song haben – CD in den USA bestellt. Aber auch das Vinyl, und das hab ich dann bei einem Händler in England gefunden.

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Es kam an einem Freitag. Da hat man abends durchaus Zeit, also wollte ich mir die Scheibe zu Gemüte führen. Meine innere Stimme wollte den Augenblick jedoch noch hinaus zögern, was ich ehrlich gesagt von mir auch noch nicht kannte. Aber ich folgte ihr, auch wenn meine Neugierde groß war. Schließlich war das noch nicht mal das Album mit DEM Song, und ich hatte echt Schiss, gutes Geld für einen Griff ins Klo heraus geschmissen zu haben.

Aber weit gefehlt! Retroprog vom Allerfeinsten, sofort fallen einem Genesis, Yes oder Gentle Gigant ein. Aber keine Angst, die machen nichts nach und kommen mit ganz eigenem Sound rüber. Alles in allem schwer in Worte zu fassen, aber es ist ja auch Musik. Da macht Hören eh mehr Sinn 😂 Das Album hat schlagartig einen Platz in meiner ewigen Top 10-Bestenliste ergattert – ich weiß noch nicht wo, aber drin isses!

Apropos nachmachen: IZZ haben da eine Coverversion von Gabriels „Red Rain“ drauf. Kann man mutig finden, aber die Band hat das genial gelöst. Auch hier gilt: Einfach mal hören!

Ich bin jetzt nur noch gespannt, wann endlich „I move“ eintrifft..  😇

6 Kommentare zu „#InspiredByEclipsed

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  1. Bei „eclipsed“ hing ich auch lange an der Nadel und bei der „Good times“, aber meine Erfahrung ist die: Neue Bands nach dem eigenen 40. Geburtstag kennenzulernen – diese neuen Lieben halten nicht lange. Da fehlen die Teeniezeiterlebnisgeschichten, da muss dann wirklich die Musike überzeugen und die hört sich ein Jahr später meist schon sehr sehr uninteressant an.

    Was blieb von all den Nullerjahre-Hypes? Ein Strohfeuer in Sachen Porcupine Tree, längst wieder aus. Drei gute Opeth-Alben. Der Hinweis auf zwei gute Steve Hackett Alben. Das war’s im wesentlichen schon.

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