Es war Sommer…

…und es war der Sommer ´82. Denn ich war zur der Zeit absoluter Fan von Wolf Maahns Album „Deserteure“. Ich hatte gerade angefangen, an der Uni in Düsseldorf zu studieren. Dort gab es dann ein Campus-Fest mit einem kleinen Open-Air, bei dem Wolf Maahn mit dabei war. Es sollten noch zwei andere Bands auftretet, u.a. Kraan. Die dritte Band kannte ich nicht, war aber egal, denn es war umsonst und draußen 🙂

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Maahn spielte als erstes auf der Bühne, und ich war natürlich happy. Was sollte da noch kommen? Gut, von Kraan kannte ich nur deren Album „Flyday“, das ich damals auf blauem Vinyl hatte. Ich fand das Album toll – bei ihren Auftritt spielten sie dann aber vor allem ältere Stücke – und Mann, waren die geil!

Danach musste erst mal die „Kraan Live“ dran glauben 😉 Klar, das Cover tat sein Übriges – aber das Album steckte so dermaßen voller Enegrie, dass ich gleich geflasht war. Genauso wie bei ihrem Auftritt auf dem Campus. Und man muss sich dabei vorstellen: das Uni-Gelände war riesig, die Bühne recht klein, und am Ende standen da noch keine 100 Leute bei den Konzerten…

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Nach Kraan war´s eigentlich für mich gelaufen, aber mein Kumpel wollte unbedingt noch die letzte Band sehen. Er hatte für mich Wolf Maahn ertragen, also konnte ich mich ja schließlich revanchieren. Der Headliner war ein gewisser Herman Brood. Ich hatte noch nie was von ihm gehört und mir war völlig schleierhaft, warum so ein Noname Headliner war. Dann kam er auf die Bühne, legte mit seiner Combo sofort los und mir wurde einiges klar 😉

Konzerte von ihm waren entweder genial – oder die reinste Katastrophe. Dazwischen gab es nichts. Und die genialen Konzerte überwogen. Kein Schnick-Schnack, nicht lang fackeln – Herman zählte an und dann ging die Post ab.

Herman hat für mich die Maxime des Sex´n´Drugs´n´Rock´n´Roll verkörpert, bis in seinen Tod hinein. Wer springt schon vom Dach des Amsterdam Hilton mit der letzten Botschaft auf einem Zettel in der Tasche: „ich hatte keine Lust mehr“… Ich krieg selbst heute noch Pipi inne Augen, wenn ich seine letzte Single höre – seine Version von Sinatras „My way“.

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Ich könnte jetzt einen Roman über meine Brood-Erlebnisse schreiben, aber im Grunde geht´s mir um eines – und deshalb kam ich auf den Ursprung meiner Liebe zu Hermann: sein Album „Shpritz“, das mit „Saturday night“, feiert diese Tage seinen 40. Geburtstag. Und das als Vinyl, in transparentem Grün. Da soll ich widerstehen? Geht nicht 😉

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Und das ist das Schöne: auch wenn unsere Helden tot sind – ihre Musik lebt weiter!

4 Kommentare zu „Es war Sommer…

Gib deinen ab

  1. Wolf Maaaaaaaahhhhhhn! hach was fand ich dessen Texte geil – mit 21/22/23… dann ließ erst er nach und dann ich. Sein späteres Schaffen ließ mich kalt.

    Aufmerksam wurde ich auf ihn durch „sag mir wo die Blumen sind“ in „Plattenküche“ oder einer ähnlich unpassenden Sendung.

    Gänsehaut wegen „Fieber“, „Sucht der Träumer“ „der Clown hat den Blues“ … alles von der „Irgendwo in Deutschland“ – aber die war ja im Osten nicht beschaffbar.
    Dann hatte jemand diese große Live-Kiste „Rosen im Asphalt“! Mannnnn war das ein Aufnehmfest!

    Hach ja, der Maahn!

    Kraan dagegen… ganz andere Geschichte. Not my cup of beer.

    Und Hermann Brood … muss eben jeder Musicjunkie so sein ganz eigenes Ding haben. Bei mir sinds Heart – auf die sonst keiner steht.

    Gefällt 1 Person

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