1975 war ich 14…

Mir geht die „Message“ eines Musikers ja ne handbreit am Arsch vorbei. Deswegen lassen mich auch Neil Young, Joan Baez oder der völlig überbewertete Bob Dylan so was von kalt. Und ich war wahrscheinlich der Einzige auf dem Globus, der vor Vergnügen und Lachen zusammen gebrochen ist, als Letzterer den Literaturnobelpreis bekommen hat. Ich hatte immer schon gesagt: er kann nicht singen. Er kann nicht Gitarre spielen. Warum schreibt er nicht einfach… und dann das… 🤣🤣🤣

Musik muss mich erst mal emotional treffen. Egal, ob im Herzen, im Kopf, im Bauch oder in den Eiern. Ganz gross wird es, wenn es alles trifft. Das war bei Yes so, Dave Matthews, Herman Brood oder den Beatles. Rammstein, Frei. Wild oder die Onkelz kommen mir nicht ins Haus, ums Verrecken nicht!!! Ich kann mit Metal, Rush oder Kollegah nichts anfangen. Gary Glitter mag ich. Egal, was er für sexuelle Vorlieben hat – seine Hits machen Spaß! Ich hasse Pädophile. Egal, mit Ambivalenzen lebe ich seit 57 Jahren… (schon gerechnet? Dumm gelaufen 😉 )

1975 war toll! Eine 21-jährige hatte mich entjungfert. „Wish you were here“ und „Bohemian Rapsody“ kamen raus, SWF 3 erblickte das Licht der Welt, Helmut Schmidt war Bundeskanzler und Robert de Niro bekam einen Oscar. Und ich war 14… Und falls sich jemand fragt, worauf das hier hinaus läuft… einen Moment noch!

Ich weiß nicht, wodurch ihr inspiriert werdet, um sich einem Song, einem Album oder einer Band zu widmen. Meist sind es Erinnerungen, Zufälle oder ganz was Absurdes. Am Ende des Tages ist es aber auch total egal –  manchmal trifft’s dich einfach. Und das ist gut so ♥ In meinem und vor allem diesem Fall war es der Amazon-Algorithmus. Peinlich. Ja. Aber kann passieren 😉 Und in dem Fall bin ich sehr dankbar! 

Das aktuelle Album

Irgendwann schlug mir Amazon die Band The 1975 vor. Normalerweise ignorier ich diese Hinweise, aber in dem Fall folgte ich einem inneren Impuls, der an mein Bewußtsein klopfte und um Einlass bat. Gleichzeitig signalisierte meine Retina Verwirrung und Fassungslosigkeit – denn dort, wo normalerweise ein Shortcut eines Covers zu finden ist, fand sie nichts. Oder besser: nicht viel. Und selbst in der Vergößerung muss man beim Cover von „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ – dem aktuellen Album von The 1975 – ziemlich genau hinschauen…

Mein Interesse war geweckt, ich hörte in die Snippets und war gar nicht beeindruckt. Aber da dieser beschriebene innere Impuls sich nicht allzu häufig in derartiger Intensität bemerkbar macht, forschte ich ein wenig weiter. Und stieß auf „I like it when you sleep, for you are so beautiful yet so unaware of it“. Ich mag Bands, die sich die Freiheit nehmen, ihren Alben völlig absurde Titel zu geben.  Und in dem Fall machte mich auch die Musik neugierig, obwohl sie eigentlich überhaupt nicht meins ist. Als erstes fiel mir Freur als Vergleich ein. Eine Band, die sich einen 70er Jahre Namen gibt, eigentlich 80er Jahre Musik macht und ihr erstes Album 2013 herausbringt – das alles entsprach für mich dem Grad an Verrücktheit, der mich anfixt 🤩

Ihr zweites, mein Erstes

Ich war neugierig, und da das große A gerade die Aktion „3 für 2“ am Laufen hatte und dort das Debüt-Album der Band zu ergattern war, hab ich zugeschlagen. Und zwei Alben im gleichen Preissegment waren schnell gefunden 😉 U2s „Unforgettable Fire“ stand schließlich nie in meinem LaMös (hinterher hab ich mich gefragt, wieso eigentlich… ) und Fleetwood Macs „Say You Will“ stand eh auf meiner Liste. Ok, letzteres ist eher ein nice-to-have statt ein must-have, aber war ja für Umme… 

„The 1975“ machte mich allerdings auch nicht schlauer. Tolles Album, ungewöhnliche Band, irgendwas mit Konzept – aber wie beim anderen Album kam ich nicht dahinter, wieso mich die Musik anmacht, obwohl sie eigentlich gar nicht meinem üblichen Beuteschema entsprach.  Wobei es da eigentlich auch gar kein Beuteschema gibt. Klar mag ich Rock, oder Prog, oder Pop und da sind eigentlich auch meine Schwerpunkte. Aber es gibt halt auch herzallerliebste Aussetzer. z.B. Long Distance Calling. Oder Gleb Kolyadin. Aber eigentlich passen die ja. Früher war ich der Überzeugung: schau dir die Plattensammlung eines Menschen an, und du weißt, wie er tickt. Ich bin allerdings nie auf die Idee gekommen, mir diesbezüglich meine eigene Sammlung vorzunehmen. Wahrscheinlich aus Selbstschutz – der Gang zum Psychater wäre zu teuer geworden…

Das Debüt

Album Nummer drei war da natürlich fällig. Wie gesagt – beim Vorhören einiger Snippets war da nun nichts, was mir die Schuhe ausgezogen hätte. Meine Erwartungshaltung war entsprechen uneuphorisch. Die Nadel senkte sich in die Rille, und direkt die neue Version von „The 1975“ (dem Song!) klang unglaublich. Die Original-Version hatte ich bis dahin erst einmal gehört, war also noch nicht abgespeichert… aber die neue Fassung klang anders, sperriger, interessanter. Und während das Album lief, fragte ich mich die ganze Zeit, warum ich mich anfangs nicht wirklich dafür erwärmen konnte…

Klar. Snippets geben nie den Glanz eines gesamten Albums frei. Aber im Gegensatz zu ungewollten Schwangerschaften geben einem die kleinen Versatzstücke zumindest schon mal einen Hinweis darauf, wie es in Zukunft miteinander laufen könnte. Und natürlich wurde ich schon davon enttäuscht, aber meist lag ich damit richtig. Also, mit den Snippets 😎 In dem Fall allerdings lag ich so dermaßen daneben, dass ich es selber gar nicht fassen konnte – ich war vom ersten bis zum fast letzten Ton hemmungslos begeistert. Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum konnte mir, zumindest bislang auch das Album nicht beantworten…

… und dann ist da plötzlich dieser eine Song, der dir das 🧠 rausfickt… 

Eines Tages werde ich verstehen, was diese Band, diese Musik so faszinierend für mich macht. Dann kann ich sterben. 🤗

4 Kommentare zu „1975 war ich 14…

Gib deinen ab

  1. Eyyyy! Pinkel mir Neil Young nicht an! Message ist schon wichtig! Futter für den Kopp!
    Es ist wie bei Bücherfreunden: Es gibt so Typen, die lesen und dann kommt nur: Ich mag den Autor xy wegen seiner Spraaaaaache! Die kriegen dann diesen schwärmerischen Blick und – nix zum Inhalt! Hat mich früher immer gewurmt. Da wurde ich dann auch zum Klugscheißer. Weil mir das immer vorkam, wie Pelle feiern und Wurst wegschmeißen.

    Aber inzwischen bin ich altersmilde geworden. Es war ein langer langer Weg… einzusehen, dass auch das millionste Friedenslied keinen Weltfrieden bringt. Watt willste machen. (Und den messagelosen Mike Oldfield mochte ich ja auch schon immer oder den George Benson.)

    Zu Dylan und Nobelpreis hätte ich den hier auf Lager

    https://tokaihtotales.wordpress.com/2016/10/14/isschon-gut-mutti-ich-sag-ja-nur/

    Gefällt 1 Person

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