Was vom Jahre übrig bleibt…

Gegen Ende des Jahres lasse ich gerne meinen Blick zurück auf mein Musik-Jahr schweifen. So wollte ich es auch diesmal – aus lauter Gewohnheit. Doch dann stellte ich fest: wenn man einen Blog schreibt, erübrigt sich das eigentlich 😂 Doch genauso wie das Wort „eigentlich“ eigentlich verboten gehört, bleibt da doch noch ein wenig zu erzählen…

Dabei geht es jetzt nicht um meine Top-Alben des Jahres – die Suche habe ich ja schon beschrieben und das Ergebnis seht ihr hier.Und die wichtigen Entdeckungen findet ihr, wenn ihr durch den Blog stöbert. Hier geht es um die „kleinen“ Entdeckungen zwischendurch: alte Lieblinge in neuem Gewand, kürzlich entdeckte Perlen bekannter Bands, bekannte Musiker die sich mir erst jetzt erschlossen haben…

Gilbert O´Sullivan zum Beispiel. Klar kannte ich seine Hits – schließlich bin in den 70ern musikalisch sozialisiert worden. Durch Mal Sondocks legendäre „Diskothek im WDR“ oder die holländische TV-Sendung „Top Pops“. Ein Album von ihm hatte ich nie – bis ich in diesem Jahr ein Konvolut von ca. 300 Scheiben „gewonnen“ hatte. Sagen wir mal so: jemand wollte seinen Schrott loswerden und ich war zu gierig 🤩Aber die beiden Scheiben waren halt auch dabei – und ich kann nur sagen: großartiger Songschreiber, schöne Alben, die mir sonst verborgen geblieben wären. Falls jemand Lust auf die 298 anderen Scheiben hat – noch stehen sie hier…

Mit Alanis Morissett erging es mir ähnlich. Klar, ich kannte ihre Hits, aber auch von ihr hatte nie ein Album den Weg zu mir gefunden. Und ich weiß gar nicht mehr, was mich dazu bewogen hatte, dieses Album zu erstehen. Aber als ich es das erste Mal aufgelegt hatte, zog es mir die Schuhe aus. Songwriting, Produktion, Arangements – das Ding kam wie aus einem Guss und traf mich! Ich hatte dann noch zwei weitere Alben von ihr erstanden, aber beide kamen an dieses Schmuckstück nicht heran.

Tommy Bolin kannte ich immer als den Mann, der Deep Purple funky machte. Obwohl ich „Come Taste the Band“ erst relativ spät für mich entdeckte. Schuld daran war die Hartnäckigkeit eines Freundes – Danke Andreas! 🤗 – der keine Ruhe gab, bis ich mir das Album endlich anhörte. Bolin hatte Purple eine neue Facette hinzugefügt, also konnte man sich ja auch mal mit dem Künstler an sich beschäftigen. Sein Album „Private Eyes“ faszinierte vor allem durch die Sounds und das kein Song dem anderen glich. Da es nur noch „Teaser“ gab, war die Sammlung schnell komplettiert…

…dachte ich. Zuerst hatte ich die jüngst erschienene Jubiläums-Box in der Hand. Die war allerdings nichts für mich – das ausufernde Gitarren-Gewichse der neuen Versionen war dann doch des Guten ein wenig zu viel. Allerdings war ich neugierig auf die normale Version: die richtige Song-Reihenfolge mit den kompakteren Songs. Und siehe: so funktionierte das Album für mich ❤️ Die Box hat jetzt mein Freund.

Aprospos Box: ich besitze eigentlich jeden Fitzel, den Yes im Laufe ihres Daseins veröffentlicht haben. Wer den Wahnsinn des Fan-Seins kennt, weiß, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, sich dann auch noch diese Box zu kaufen. Schön, die Cover sehen anders aus, aber die Musik steht von jedem Album mehrfach in meinem Regal. Bis auf „Relayer“ – dem Teil kann ich selbst im drogengeschwängerten Vollrausch rein gar nichts abgewinnen.

„Tales“ hatte ich auch schon, auch im Wilson-Remix, auf CD. Hatte mich nie wirklich überzeugen können, obwohl es definitiv mein Lieblings-Album, von Yes ist. Zum Glück hatte bei mir nicht Vernunft gesiegt, denn die Vinyl-Ausgabe in dieser Box klingt um Welten besser als Pendant auf CD. Damit war für mich der Kauf der Box absolut gerechtfertigt – auch wenn das einem normalen Menschen nicht nachvollziehbar erklärbar ist 🤪

Mir hingegen konnte ich nicht erklären, warum mir dieses Album verborgen blieb. Ich mag „The Pineapples Thief“ seit Erscheinen von „Your Wilderness“. Gavin Harrisons Schlagzeugspiel faszinierte mich schon bei Porcupine Tree, aber was er hier ablieferte war absolute Weltklasse. Im Laufe der Zeit hab ich mir natürlich alle Alben zugelegt, sofern verfügbar. Alle? Ausgerechnet „one three seven“ war mir dadurch gegangen, aber Gott sei Dank wurde es zum Schleuderpreis wiederveröffentlicht, der Kauf also Pflicht. Jetzt ist es eines meiner Lieblingsalben der Band – und um Welten besser, als das dieses Jahr erschienene „Dissolution“, das für mich eine größten Enttäuschungen des Jahres war.

Im selben Zuge wie das TPT-Album veröffentlichte KScope ebenfalls „March of Ghosts“ von Gazpacho, ebenfalls für´n Appel und ´n Ei. Das war Ausschlag für einen Blindkauf. Das Album war jetzt keine Offenbarung, aber interessant genug, um sich mal mit der Band zu beschäftigen. Und Dank einer ganz guten Vernetzung auf Instagram kam dann auch der Vorschlag, sich mal „Tick Tock“ zu widmen – und das Album hat es wirklich in sich ♥ „Soyuz“ mußte dann natürlich auch noch sein…

Allerdings: das sich mit „Winter is never“ gerade mal ein Song von gerade vier Minuten Länge auf der gesamten zweiten Scheibe befindet, nervt schon…

Um noch mal kurz auf Yes zurück zu kommen: Starcastle galten in den 70ern als die amerikanische Antwort auf Yes. Zurecht! Und toll! Und auch in diesem Jahr entdeckt 😋

Das Alan Parsons Project gehört zu meinen Heiligtümern seit ich im zarten Alter von 16 Jahren von einer 21-Jährigen zu „Tales of Mystery…“ verführt wurde 😎 Nach „Turn of a friendly Card“ wurde mir das Project allerdings zu süßlich. Später stieß ich dann auf Parsons Solo-Werke, „On air“, „The Time Machine“ und „A valid path“ – die machten dann wieder Spaß! „Try anything once“ ist allerdings all die Jahre an mir vorbei gegangen. Absolut zu Unrecht, wie ich dieses Jahr feststellen mußte. Eines der besten Project-Alben, das das Project nie gemacht hat!

Und dann war da noch… schon im Original mein Lieblingsalbum von Quo. Aber in diesem rohen Remix kriegt die Scheibe noch mal einen ganz besonderen Charme. Diesmal hatte ich die Version in einer Facebook-Gruppe entdeckt. Aber mit Quo kannst du mir eh immer um die Ecke kommen – „Whatever you want“ hab ich als Weckton auf dem Smartphone – mehr muß ich wohl nicht sagen…

Doch, eins noch: habt tolle Feiertage und ein großartiges 2019! Bleibt mir gewogen und inspiriert mich munter weiter – aber bitte nicht so viel, wie in diesem Jahr, sonst muß ich anbauen!

3 Kommentare zu „Was vom Jahre übrig bleibt…

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  1. Hm, das hab ich befürchtet: Yes-Wilson-Remasterei vermutlich nur auf Vinyl hörbar. Bin kein Vinyl-Rückkehrer und als ich mal meine 90er Jahre Yes-CD-Käufe mit denen eines Bekannten vergleichen konnte, die in den Nullerjahren remastert wurden, merkte ich keinen Unterschied.
    Deshalb wagte ich mich an die Wilsongeschichte nicht ran.
    Übrigens: Relayer mag ich auch nicht.

    Status Quo: Mein Lieblingsalbum hätte eigentlich „Hello“ sein müssen,wegen „Caroline“, dem Weckruf mit 14! Aber es wurde „Heavy Traffic“; nach langem Verdrängen und zufälligem Konzertbesuch wurde es Zeit, mal auszuchecken, was von denen mit mitte 40 noch gehen könnte – und „Heavy Traffic“ war’s dann.

    Liken

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