Social Music Media

Ich hab recht früh angefangen, mich für Musik zu interessieren – aber das wißt ihr ja 🙂 Und nachdem ich angefangen hatte, meinen Musikgeschmack zu kultivieren, stieß ich auf ein blödes Problem: ich wollte mich mitteilen und darüber austauschen. Das scheiterte dann aber auf drei Ebenen – und man muss bedenken: die Sozialisation meiner Vorlieben in Sachen Alben (und ich war immer ein Album-Hörer!!!) geschah in den 70ern…

Ebene 1: während ich zum Beispiel neben Yes oder 10cc auch ein großer Fan der Rubbettes und vor allem ABBA war, hörten die „opinon leader“ in meinem Umfeld Dylan, CSN & Y oder Led Zeppelin. Ich hatte da in meinem Freundeskreis echt nichts und niemanden, mit dem ich mich in Sachen Musik austauschen konnte – oder wollte. Und umgekehrt 😉

alles nur wegen denen ♥

Ebene 2: ich war in Sachen Informationsbeschaffung ein Irrer. Magazine gab es nicht so viele, also habe ich die Credits auf den Alben verschlungen – und anders als in der Schule hab ich selbst den belanglosesten Mist behalten. Sprich: in Sachen Musik-Fakten war ich ein Klugscheißer! Mit mir wollte aber auch wirklich einfach niemand über das Thema reden. 🙂

Ebene 3: ich will nicht reden oder einem Gespräch folgen, wenn ich Musik höre. Damals nicht. Heute nicht. Punkt.

Im Laufe eines Lebens lernt man natürlich immer mehr Menschen kennen, die ähnlich Musik-affin sind, und hinter einigen davon kann ich mich echt verstecken. Doch so sehr ich auch den direkten Kontakt schätze – seit Social Media kommt in Sachen Austausch und Information über Musik das richtige Leben einfach nicht mehr mit 😉 und wo da meine Präferenzen mittlerweile liegen, wißt ihr ja.

Mein Paradies

Allerdings: Instagram punktet nicht in allen Belangen. So bietet Facebook die Möglichkeit, sich in Interessen-Gruppen zusammenzuschließen. Das verschafft dann trotz der unendlichen Weiten des Netzes eine Form von Vertrautheit zu schaffen. Aber FB-Gruppe ist nicht gleich FB-Gruppe. Zum Thema Vinyl sind die meisten eh geschlossenen Gruppen. Und während viele Gruppen Wert auf massig Teilnehmer legen, bevorzuge ich da eher die überschaubare Anzahl an Mitgliedern.

In der ersten Vinyl-Gruppe, der ich angehörte, waren 5.000 Vinylista. Da verlierst du einfach den Überblick 🙂 dummerweise waren da auch nur Metal-Fans aktiv – und das ist ja mal so gar nicht mein Beritt. Allerdings war das auch manchmal ganz lustig zu beobachten, wie die Community auf Posts von Alben bestimmter Gruppen reagierte. Ich nenn den Namen der besagten Band nicht. Ich mag die nicht. Aber so viel als Hinweis: was ist das Pendant zu Tanten? 😉 Und ich muss wahrscheinlich niemanden das Verhalten jener pawlowschen Hunde beschreiben, die wie auf Knopfdruck ihre Diskussion auch beim millionsten Mal leidenschaftlich führen…

Profilbild meiner Lieblins-FB-Gruppe. Photo snapshot616

https://www.instagram.com/snapshot616/

Mittlerweile bin ich auf Facebook nur bei einer Gruppe aktiv und ich verstehe auch Zeitgenossen nicht, die in mehreren Gruppen dabei sind. Was allerdings auf viele Nutzer zutrifft. Man trifft dementsprechend auf die gleichen Leute, sieht die gleichen Posts, bekommt die gleichen Reaktionen – wenn überhaupt. Die besagte Gruppe umfasst keine 100 Mitglieder, und wenn man sich dort erst mal eingerichtet hat, hat das Ganze schon was Kuscheliges. Zumal es dort zu einer angenehmen Tradition geworden ist, sich auch mal in der analogen Welt zu treffen.

Was meine oben beschriebene 3-Ebenen-Problematik in Sachen Austausch angeht, ist so eine FB-Gruppe die ideale Lösung. Natürlich sind auch dort die Geschmäcker verschieden – aber wenn du mit einem Post nichts anfangen kannst oder willst, scrollst du einfach weiter. Manchmal juckt es mich allerings in den Fingern, mal ein wenig mein Unverständnis zu äußern – aber mittlerweile wird dort bestenfalls noch virtuell mit den Augen gerollt, wenn ich meine Einstellung zu den Zeps äußere 😉 Und nein: ich kann mit der Band einfach nichts anfangen. Ich hab´s versucht…

Auch auf der zweiten Ebene funktioniert so eine FB-Gruppe prima: ich hab mich ja immer für einen Spezi in Sachen Pink Floyd gehalten. Glaubt mir, ich bin ein Waisenkind! 🙂 Und egal worum es geht – es gibt immer einen, der deinen Informationsstand noch erweitern kann. Ich werde zwar nie begreifen, warum man von ein und demselben Album 25 oder mehr Versionen braucht – aber von WYWH stehen bei mir auch vier Versionen im CD-Regal. Ich sollte also lieber meinen Mund halten.

Das Geilste an solch einer FB-Gruppe ist allerdings: ich kann meine Musik hören und mich darüber austauschen, ohne dass einer dazwischen quatscht. Du bekommst Feedback, niemand stört dabei den Hörgenuss und du kannst es wahrnehmen, wann du willst. Und ich liebe es ♥

Natürlich ist auch Facebook in Sachen Inspiration und dem Entdecken von neuen Sounds eine Macht – aber für mich kein Vergleich zu Instagram. Postest du ein Video von deinem laufenden Plattenteller – bei FB hat das Video keinen Sound. Bei Insta kannst du gleich mal reinhören, ohne erst googeln zu müssen. Vor allem die Stories sind da sehr ergiebig!

Versteht mich nicht falsch! Natürlich weiß ich, warum FB den Ton ausschaltet und finde das auch komplett gerechtfertigt! Der Schutz des Urheberrechts ist gar nicht hoch genug zu schätzen! Aber praktischer ist das bei Insta schon 😉 und wenn es gefällt, kauf ich die Scheibe ja auch physisch. Ich bin da einfach oldskool: „hören“ ist nur mit „haben“ ein wirklicher Genuss! Die m.E. anderen Vorteile hab ich bei „Insta für den Plattenteller“ ja schon beschrieben.

den Link habt ihr ja 😉

Aber auch Insta hat Nachteile: diese Follow-Unfollow-Nummer, die dort Gang un Gäbe ist, nervt schon. Zum Glück kann man sich ihr aber auch einfach verweigern 😉 Da ich wg. Twitter und FB schon einige Erfahrung gesammelt hatte, bewege ich mich dort einfach konsequent auf das Thema „Vinyl/Musik“ bezogen. Unter Bot-Kommentaren leide ich vielleicht auch deswegen bei Insta nicht. Wahrscheinlich bin ich dafür dort aber einfach auch zu unbedeutend 🙂 Und die Bot-Nachrichten sind so einfach zu identifizieren, dass sie auch nicht wirklich nerven.

Kurz und kaputt: für meinen Musik-Irrsinn sind die Social Media-Plattformen einfach toll! Und nur der Vollständigkeit halber: Twitter nutze ich nur beruflich, Snapchat kann und will ich nicht begreifen, und beim ganzen Rest gilt weitesgehend das alte Murtaugh-Prinzip: ich bin zu alt für so´nen Scheiß!

 

 

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