Peter und der Psycho-Opel

Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass ich mich intensiv mit den 45rpm Vinyl-Ausgaben von Peter Gabriels Solo-Alben beschäftigt habe. Wer auf den Stand kommen möchte, kann ja hier noch mal nachlesen. Jedenfalls: „Security“ kam damals in Sachen Klang aber so was von gar nicht gut weg, dass es mich immer noch erstaunte – bis vor Kurzem. Kennt ihr das? Irgendein blödsinniger Impuls veranlasst dich, ein Album, dass du unter ad acta abgelegt hast, doch noch mal hervorzukramen und aufzulegen…

Peter Gabriel – Security

Manchmal höre ich halt auf meinen inneneren Schweinehund. Ich legte das Album also auf, ohne große Erwartungen – und keine Angst: die Geschichte geht jetzt nicht so aus, dass auf einmal alles top war 🙂 Aber das Klangbild hatte sich trotzdem zum Positiven verändert. Plötzlich ist das Gesamtbild stimmiger, die analog aufgenommenen Drum-Parts fliegen nicht mehr ganz so exzentrisch durch den Raum.

Da ich das erste Hör-Erlebnis noch ziemlich klar vor Augen, besser: vor Ohren hatte, war ich zunächst angenehm überrascht und habe das Album entgegen meinem Vorhaben durchgehört. Weil das war es jetzt: durchhörbarer als vorher. Und große Vergleiche musste ich jetzt auch nicht anstellen, da der Schock beim ersten Hören damals tief saß. Ich mag dieses Album halt 😉

Aber was hat sich seitdem geändert? Zum einen natürlich meine geliebten Brüllwürfel – die waren vor einem Jahr ja noch nicht da. Zudem habe ich meinem Player vor wenigen Wochen ein wenig Ruhe gegönnt – in Form von Gerätefüßen aus dem Hause SSC. Die sorgen vor allem dafür, dass mein Pro-Ject jetzt einen sicheren Stand hat. Und ein wenig wirken sie sich aus auf das Klangbild aus, da das jetzt vernehmbar aufgeräumter daher kommt. Nicht weltbewegend, aber hörbar.

Silberne Standfestigkeit

Eine positive Klang-Änderung hätten wahrscheinlich auch drei Kronkorken hinbekommen, denn mal ehrlich: mit den Spikes direkt auf die MDF-Platte des Kallax – das lag mir schon aus Prinzip quer im Magen 🙂 Jedenfalls: durch diese Zutaten ist aus „Security“ jetzt kein audiophiles Highlight geworden, zumindest nicht auf Vinyl. Aber die Wahrnehmung ist jetzt deutlich angenehmer geworden. Und ja, ich hab ein, zwei andere Gabriel-Platten aufgelegt – deren Klangbild hat sich durch die neuen Gerätschaften auch verändert. Ins bessere, wenn auch nur marginal. Aber viel besser ging das ja auch nicht mehr 😉

Natürlich kann die neue Wahrnehmung lediglich dadurch verursacht sein, und das wird wohl auch so sein. Und bevor hier die große Voodoo-Diskussion ausbricht – ich glaube felsenfest daran, dass andere Füße, anderer Strom oder einfach nur eine andrere Anwinklung der Boxen vieles besser machen kann. Ein Freund schüttelte immer den Kopf, wenn es Fachsimpeleien über das Ausphasen von HiFi-Geräten gab – bis er es einfach mal ausprobiert hat 🙂 Und ganz ehrlich: ich brauche dafür kein Gerät. Ist die Phase am Gerät gekennzeichnet, reicht ein stinknormaler Stromprüfer. Wenn nicht heißt es eben: ausprobieren. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten 😉

HMS Energia Netzleiste

Die Frage ist nie: klingt es dann besser? Dafür müßte es allgemein gültige Standards geben, an denen man das festlegen kann. Wo man sich allerdings drauf verständigen kann ist die Frage: klingt es dann anders! Und dann muss jeder für sich entscheiden, welche Variante ihm besser gefällt. Wenn man also den Einsatz einer Netzleiste für 500 € in Erwägung zieht, ist die Frage auch nicht, ob das teuer oder verrückt ist – die Frage, auf die man dann eine Antwort finden muss, ist lediglich: ist es mir das wert!

Trotzdem frage ich mich seit dem neuen Wahrnehmen von „Security“, was da eventuell noch eine Rolle spielen könnte. Das Gehör lässt ja mit den Jahren nach und das ist zum Glück ein schleichender Prozess, an den man sich in der Regel einfach automatisch gewöhnt. Und mit knapp vor den 60 kann man da ja mal drüber nachdenken. Ich habe letztens einen interessanten Artikel zur Psychoakustik gelesen – gut, ich hab nicht alles verstanden, aber am Ende läuft alles auf einen Punkt hinaus: jeder Mensch nimmt denselben Ton im selben Raum unter den gleichen Bedingungen anders wahr. Wer sich durchkämpfen möchte – hier ist der besagte Artikel nachzulesen. Das ist dann übrigens Teil 2, Teil 1 ist für echte Nerds dann da verlinkt 😉

Noch in kleiner Einwurf zur Psychoakustik, da ich da vor Jahren selber mal recherchiert hatte: es wäre möglich, absolut lautlose Staubsauger zu bauen – der Verbraucher will das aber nicht! Autobauer basteln am Geräusch, das die Wagentür beim Zufallen macht – eine Mercedes-Tür muss halt wie eine Merceds-Tür klingen. Achtet mal auf das Geräusch, wenn in einem Opel Corsa die Handbremse angezogen wird – die klingen alle exakt gleich!

Die Lampe hinter der Box ist pure Absicht 😉 #Diffusion

Mein HiFi-Dealer gab mir mal den Tipp, beim Musik hören auf dem Sofa ein Kissen hinter den Kopf zu legen. Ich habe es ausprobiert und was soll ich sagen: es klang besser weil aufgeräumter und räumlicher. Aber ganz ehrlich: irgendwie war es auch unbequem. Trotz des positiven Effekts lass ich das sein. Aber wenn ihr Lust habt, probiert es einfach mal aus. Es kostet ja nicht die Welt.

Das alles ging mir durch den Kopf, und nur, weil ich aus einem Impuls heraus ein „abgehaktes“ Album gehört habe. Dabei ist „Klang“ ja eigentlich nur eine Druckwelle, die durch die Luft transportiert wird. Klang wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden – um den guten, alten Wilhelm Busch mal ein wenig zu entfremden. Mich entspannt es einfach ungemein, gute Musik auch gut zu hören. Vor allem auf Vinyl. ❤️

… und daß ich das mal sage… 😇

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