Es wird heiß…

Ich weiß, es gibt Menschen die beim Anblick diese Titelbilds jetzt nicken. Ihr habt keine Ahnung…

Manchmal gären die Themen für diesen Blog ja über Wochen. Manchmal werden sie auch einfach wieder verworfen. Manchmal sind sie richtig Arbeit. Und manchmal geht alles ganz schnell. So wie diesmal. Ausgangspunkt war mein Post bei Instagram…

Es gibt ein paar Bands, auf die komm ich einfach nicht klar. Was viele erstaunt, da ich 1. meine Leidenschaft zur Musik eine Zeit lang zum Beruf machen konnte und 2. alt genug bin, um diese bestimmten Künstler auf jeden Fall mögen zu müssen. Nützt aber beides nix. Ich war schon immer ein komischer Vogel…

Ich bin Jahrgang 61. Die Beatles hatten mein Leben im Alter von vier Jahren brutal verändert. Trotzdem begann meine musikalische Sozialisation erst in den 70ern. Abba, Sweet, Slade, 10cc, Rubettes und ja, selbst vor Sailor machte die nicht halt. Bowie? Ja, mag ich, aber erst seit „Let´s Dance“, aber seitdem konsequent. Ich mag auch Deep Purple oder Status Quo. Mike Oldfield liebe ich, auch wenn er zwischendurch eine Phase hatte, wo er unerträglich war. Und ich meine nicht „Platinum“ oder „Five Miles out“, obwohl sich das Unheil da schon andeutete. Trotzdem möchte ich immer noch meinen letzten Atemzug auf den Schlussakkord von „Tubular Bells“ in der Version auf „Exposed“ tun.

Aber fangen wir halbwegs von vorne an. Durch „Beatles for Sale“ war ich immer Team Beatles, nie Team Stones – und unter uns: Beatles for Sale ist Scheiße! Die Stones hab ich erst dann halbwegs akzeptiert, als die beste Ex-Ehefrau von allen in mein Leben trat (das konnte ja nicht gut gehen 😉) Das war so Mitte der 90er, fing also mit der „Voodoo Lounge“ an. Von da an waren sie ok. Mehr nicht. Mit den Alben davor hab ich mich erst vor einem halben Jahr beschäftigt, und von „Emotionel Rescue“ bis „Steel Wheels“ find ich sogar großartig. Davor? Geh weg, nicht meins. „Beggars Banquet“ ist halbwegs in Ordnung, aber auch nur wegen „Sympathy for the Devil“. Ich hab sie ein paar mal live gesehen und sie machen ganz hervorragendes Entertainment! Aber mit den frühen Alben kannst du mich in den Keller treiben…

Metal ist übrigens per se nicht mein Ding. „Black Sabbath“ – nicht ein Album. Mehr ist mir das Thema nicht wert! 🤮

Und damit bin ich beim eigentlichen Thema. Es gibt Legenden, die bei mir einfach nicht stattfinden. Fangen wir mit dem Insta-Post oben an. „The Doors“? Ich kenn besagten Song, den Annabel Lamb da gecovert hat, natürlich auch im Original. Das war´s. Ehrlich. Ich fand die immer schrecklich belanglos und hab nie den Bohei verstanden, den meine Zeitgenossen um diese Band gemacht haben. Musikhistorisch mögen sie ja vielleicht von Bedeutung sein, aber musikalisch haben die mich nie erreicht!

Bevor ich mich jetzt der Gefahr aussetze, gekreuzigt und verbrannt zu werden – was mir persönlich ehrlich gesagt auch scheißegal wäre – möchte ich eines Enwerfen. Allein schon, um diese leidige Geschmacks-Diskussion im Keim zu ersticken! Musik ist in erster Linie etwas, dass dich emotional trifft. Punkt. Und Gefühle sind per se nicht zu erklären. Doppelpunkt. Du kannst von mir aus Metal lieben und trotzdem ein guter Mensch sein. Solange du das Bier bezahlst 🍻

Gehen wir weiter. Ich war, wie gesagt, in meiner Pubertät u.a. musikalisch sehr von Abba geprägt.

In meiner Clique (jetzt merkst du, wie alt ich bin 😇) war z.B. Dylan schwer angesagt. Ich formuliere es mal so: Dylan kann nicht singen. Er hat keine Stimme. Er kann auch nicht Gitarre spielen. Seine Harmonien sind simpel. Ich hab immer zu dem Thema Dylan gesagt: „Warum ist der nicht einfach Schriftsteller geworden?“ Das lauteste Lachen, dass ihr 2016 gehört bei der Bekanntgabe der Vergabe des Literaturnobelpreises gehört habt, war übrigens meins. Hier steht ein Album von ihm. Und auch nur, weil es ein Geschenk war. Der Titel fällt mir nicht ein.

Du wetzt beim Lesen schon das Messer? Glaub mir, das wird noch besser 😝

Jimi Hendrix. Der überschätzteste Gitarrist, der jemals diesen Planeten bewohnt hat. Er hat das Gitarrenspiel revolutioniert? Nope. Mit allem, was ihm da angedichtet wird, waren andere schon vor ihm da. Er hat nur alles zusammen gepackt und dann ein in meinen Ohren grausames Kauderwelsch daraus gemacht. „Hey Joe“ ist ein toller Song. Zugegeben. Aber mit der Rückkopplung von Gitarren haben schon die Beatles zu Zeiten von „Revolver“ experimentiert. Die Saiten mit der Zunge anschlagen – Kinder, kommt. Jeder, der ne Gitarre im Laufe seines Lebens in der Hand hatte weiß, dass du dafür nicht die Zunge nimmst. „Ohne Hendrix wäre ich nie zum Gitarre spielen gekommen.“ Sagen viele. Mit Hendrix hätte ich nie Musik zu schätzen gelernt. Sage ich.

Ich höre übrigens während des Schreibens Abba. „Live at Wembley“. Nur mal so. Neben den Beatles in ihrer Spärphase das Intelligenste, was die Popmusik jemals hören durfte!

Mein absolutes Highlight in Sachen „Bands, die mir komplett am Arsch vorbei gehen“ ist übrigens Led Zeppelin. Und ich bereite euch jetzt mal gaaaanz langsam vor 😎 Das Positive: „Dyer Maker“ ist in der Version von Sheryl Crow ganz großes Kino! „Stairway to heaven“ ist ein ganz, ganz großartiger Song! Ohne jede Einschränkung! Ich mein das vom tiefsten Grund meines Herzens absolut ehrlich! Und die deleted scene zu dem Song im Film „Absolute Famous“ ist eine der tollsten Szenen, die man leider Gottes nie im Kino gesehen hat! Die wird nur von jener Szene geschlagen, die auch nur auf DVD von „High Fidelity“ zu sehen ist, als Rob Gordon eine Single von Queen entdeckt…

Kleiner Einwurf. Die White Stripes. Mal abgesehen davon, dass Meg White noch schlechter Schlagzeug spielte als Lars Ulrich, haben die nur versucht, mit digitalen Mitteln so zu klingen wie Led Zeppelin.

Zurück zu den Zeps. Hier stehen exakt zwei Alben von ihnen. Ein Tribute-Album mit der besagten Version von Sheryl Crow. Und ein Best of. Einfach, weil es sein muss. Und weil ich „Kashmir“ mag. Auch wenn mir die Version Puff Daddy mehr liegt.

Langsam frage ich mich, ob ich morgen noch vor die Tür gehen kann. Zum Glück soll man ja eh nicht… wartet noch, ich leg noch einen drauf…

Bevor ich zu meinem Highlight in Sachen Zeps komme, möchte ich noch eines einwerfen: die Solo-Alben von John Paul Jones sind richtig geil! Vor allem „Zooma“! Überhaupt schein ich ein Herz für Basssisten für von mir nicht ernst genommenen Bands zu haben. Bevor ich die Stones zumindest im Ansatz für mich relevant fand, habe ich die Alben von Bill Wyman, vor allem zusammen mit den Rythm Kings, alle sehr gemocht!

And again: zurück zu den Zeps. Ich war mal in einer Vinyl-Gruppe auf Facebook. Dort konnte man meine Abneigung gegen die Band überhaupt nicht nachvollziehen. Ich hab mich irgendwann hingesetzt und mich intesiv mit ihren Alben, zumindest auditiv, beschäftigt. Am Ende kam heraus, dass „Houses of Holy“ das für mich Erträglichste war. Aber auch nur wegen Dyer Maker. Ich hab´s gekauft. Es war ok. Ich hatte wenigstens ein reguläres Album von den Zeps im Regal. Auf die Banderole war ein Freund ganz scharf. Ich hab sie ihm geschenkt.

Da ich ganz großen Wert darauf lege, daß in meiner Sammlung nur Alben stehen, die wirklich gerne höre, hab ich „Holy“ irgendwann verschenkt. Es ging beim besten Willen nicht.

Das Zitat aus dem Titel diese Blogs stammt übrigens aus den Kommentaren von dem Insta-Post von oben. Von einem Mann, den ich sehr schätze. Er mag die Zeps. Findet aber Pink Floyd Scheiße. Ich vergöttere die ja. So viel dazu.

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