5 Alben für die Insel

„Och nööö – nicht schon wieder!“ Ja, ich weiß, das Thema ist ein Dauerbrenner. Und wie immer beim Thema Inselalbum taucht genauso regelmäßig immer gleich der Einwand auf: „WAS?!?! Nur FÜNF!?!?“ Ich kenn Leute, die haben mehr Inselalben im Gepäck als ich Schallplatten im heimischen LaMös. Und mir ist das persönlich so was von egal, ob jemand mit einem Containerschiff zu besagter Insel reisen muss 😜

Was bei dem Thema immer gerne falsch gemacht wird: Inselalben sind nicht das gleiche wie meine Alltime-Top 10! Manche vergessen dabei nämlich einen nicht ganz unwesentlichen Aspekt: du mußt das besagte Alben ja letztlich auch eine ganze Weile auf deiner Insel hören und sonst nichts! Das finale Kriterium ist ja nicht, finde ich das Album XY zum Sterben toll. Das Kriterium ist: besteht die Gefahr, dass ich das Album relativ schnell satt habe und nicht mehr hören kann!

Dann würden nämlich nur noch vier Alben für die Insel übrig bleiben – und glaubt mir, so ein Tag kann auf einer Insel ganz schön lang werden. Und bei Inselalben gehen wir ja mal nicht von einem verlängerten Wochenende als Aufenthaltszeit aus 😎 Ein Beispiel: Godley & Creme´s Album „L“ steht seit Erscheinen (1978) bei mir an der Spitze meine Allzeit-Favoriten. Und es macht immer noch Spaß, das Album zu hören! Aber mehr oder weniger mangels Alternativen andauernd? Ganz ehrlich: da bin ich raus!

nein, das sind nicht meine Top 5 🤘

Wir legen ja auch ja gerne Musik je nach Stimmung auf – und da muss man bei der Auswahl seiner Inselalben ja auch ein wenig drauf achten – schließlich soll ja für die meisten Stiummungen was dabei sein. Für alle emotionalen Eventualitäten kann man sich mit fünf Alben natürlich nicht zu 100% rüsten. Hier kommt es bei der Auswahl auch ein wenig auf den Mix an 💪

Natürlich fallen einem bei dem Thema gleich die Heroes ein, die die persönliche wie musikalische Entwicklung beeinflusst haben. Bei mir wären das dann wohl Yes, Herman Brood, die Beatles, Dave Matthews, Pink Floyd, Genesis, Mike Oldfield, Alan Parsons Project, Deep Purple, Abba, Rory Gallagher, Supertramp… und schon hab ich ein Problem! Da setzt dann gleich schon mal die viel beschworene Selbstdisziplin ein – na gut, ok: sie muss einsetzen! Aber damit nicht genug.

Natürlich könnte ich meine fünf ersten Heroes wählen und dann jeweils ein Best of-Album mitnehmen. Aber da stellt sich natürlich eine andere Frage in den Weg: will ich das? Und die Antwort ist einfach: Nein! Ich bin ja nicht nur in einem Alter, wo ich früher Schallplatten rückwärts abspielen mußte, wenn ich irgendwelche Verschwörungstheorien hören wollte. Ich bin auch seit Anbeginn meiner musikhörenden Lebenszeit vor allem eins: Albumhörer! Und da sich bei mir auch langsam der altersbedingte Starrsinn breit macht, wird sich da auch nicht viel dran ändern 🤩

Living in a Box

Natürlich begegnen einem immer wieder Songs, die einem die Schuhe ausziehen. Aber ich habe dann wirklich nur ganz, ganz selten die Single gekauft, sondern immer gleich das ganze Album. Einzelne Songs finden dann den Weg auf den Stick für´s Auto, aber zu Hause muß dann schon mehr sein. Und von diesem ganzen Spotify-Gedöns fang ich jetzt erst mal gar nicht an… 🤮

Zurück zum Thema: zwei Bands sind bei meinen Inselalben unverzichtbar, weil sie beide für Einschläge in meiner musikalischen Biographie gesorgt haben. Die Beatles und Yes. Die Fab Four waren zwar die ersten, aber Yes hatten seinerzeit für einen wesentlich gewaltigeren Einschlag bei mir gesorgt. Und ja, bei der Band fällt mir natürlich auch gleich mein Alltime-Favorit ein, „Yessongs“. Und ja, ich gestehe: auch ein Live-Album ist so was wie ein Best of – aber in dem Fall geht es erstens nicht anders und zweitens ist das mein Spiel. Wenn einer die Regeln brechen darf, dann ich 😝

Als reguläres Album kommt mir bei Yes sofort „Going for the One“ in den Sinn. Oder mein absolutes Lieblings-Yes-Album „Tales from Topographic Oceans“. Mit letzterem wäre es allerdings das gleiche wie „L“ oben beschrieben. Und mit „Going“ hätte ich zwar eine der besten Facetten von Yes im Koffer, aber halt eben nicht alle. Und die die Band hat im Laufe ihrer Karriere so unendlich viele musikalische Farben entwickelt. Und genau deshalb käme auch nicht „Yessongs“ ins Gepäck, sondern „Live at the Apollo“ vom Yes-Ableger AWR. Yes ohne Jon Anderson waren für mich nie Yes, und die Herren legen auf dem „Apollo“-Album eine unglaubliche Spiefreude an den Tag. Spaß und Abwechslung – das klingt für mich nach einer guten Wahl für die Insel!

Ähnlich geht´s mir auch mit den Beatles. „Abbey Road“ ist für mich das beste Album, dass sie gemacht haben. Immer noch ein wenig abgedreht, aber griffiger als „Sgt. Pepper“. Allerdings würde ich für die Insel lieber das „Weiße Album“ einpacken, weil auch hier die beiden Faktoren Abwechslung und Spaß für mich ausschlaggebend wären. Gut, den Spaß hatten die Fab Four bei der Produktion nicht, aber das interessiert mich als Hörer ja kein bißchen. Solche Aspekte sind bei musikhistorischer Betrachtung wichtig – mir ist wichtig, dass ein Album beim Hören für gute Laune sorgt! Ich bin ja schließlich allein auf der Insel.

Erinnert ihr euch noch an meine Auflistung im fünften Absatz? Ihr seht, die Luft wird langsam dünn. Aber ein Leben auf der Insel ohne die Dave Matthews Band ist für mich einfach nicht vorstellbar. Als erstes kam mir natürlich „Crash“ in den Sinn, aber eine innere Stimme mahnte mich, keine vorschnelle Entscheidung zu treffen. Und ganz ehrlich: „Busted Stuff“ hat es da für mich eher verdient, einen schönen Inselurlaub mitzumachen. Auch wieder ein Album, das in der Biographie der Band ein wenig quer liegt. Aber „Bartender“ und „Big eyed Fish“ sind einfach tolle Songs. Und auf dem Album sind auch einige Perlen der legendären „Lillywhite Sessions“ mit drauf. Gut, das Album gibt es nicht auf Vinyl, ich muß also noch einen CD-Spieler mitnehmen. Aber diesbezüglich gibt es ja keine Einschränkungen 😎

Bleiben also noch zwei Plätze zu vergeben und beim Blick auf die bisherige Beute fiel mir auf: da kracht es noch nicht so richtig. Also sollte auf jeden Fall noch was rockiges ins Gepäck. Nach der Auflistung oben wäre also etwas von Brood, Purple oder Gallagher an der Reihe. Doch da war sie wieder, die innere Stimme…

Und siehe: da war mir doch glatt Steven Wilson durch die Lappen gegangen. So sehr ich seinen Raben und HCE mag – richtig gut gerockt hat er eigentlich vornehmlich mit Porcupine Tree. Was zudem den Vorteil hätte, dass ich einen meiner Lieblings-Drummer auf der Insel hätte: Gavin Harrison. Mein anderer Lieblings-Drummer ist ja schon im Gepäck – ihr könnt ja mal raten. So schwer ist das nicht 🥁

Im Falle Porcupine Tree mußte ich in Sachen Album allerdings diesmal nicht lange fackeln – da gibt es nur eine Wahl für mich, wenn es um die Insel geht: „In Absentia“, das Album, das 2002 bei mir nach langer Zeit wieder für einen Einschlag in meiner musikalischen Geschichte gesorgt hatte. Ja, da geht es auch süßlich zu. Aber das Teil rockt halt auch gewaltig und es hat für mich genau die richtige Prise Metal, die ich so gerade noch ertragen kann. Also ist auch hier Abwechslung garantiert. Spaß sowieso!

Nur noch ein Platz übrig und noch eine lange Liste: Herman Brood, Pink Floyd, Genesis, Mike Oldfield, Alan Parsons Project, Deep Purple, Abba, Rory Gallagher, Supertramp… wie soll man sich da entscheiden? Richtig, gar nicht. Zumindest nicht zwischen diesen ganzen Bands. Ich bin auf was ganz anderes gegangen und dabei half ausgerechnet WDR 2.

Ich bin ja ein Radio-Mensch, nicht nur, weil ich es selber gemacht habe. Ich werde von den Nachrichten geweckt, das Radio läuft den ganzen Morgen oder auch im Auto. Gut, in Sachen Musik gibt es bestimmt viel zu kritisieren, bei welchem Sender auch immer. Und da ich in NRW lebe: Die Lokalradios sind fürchterlich, 1Live oder SWR 3 zu schrill und für WDR 4 bin ich noch nicht alt genug 🧓

Mittlerweile ist WDR 2 bei der Programmierung seiner Musik sehr „privat“ geworden. Und damit meine ich nicht die Auswahl an Musik, sondern die Häufigkeit, wie manche Titel eingesetzt werden. Wenn die einen Song mögen, hör ich den fünf Mal am Tag – und das hat mir so manch guten Song schon richtig versaut. Bis auf einen: Freya Ridings „Castles“. Einer der ganz wenigen Songs, von dem ich nicht genug bekommen kann, der automatisch für gute Laune bei mir sorgt (ja, ich weiß auch worum es da geht… ) und bei dem ich sofort das Luft-Schlagzeug auspacke.

Nachdem ich Freya Ridings live beim letzten TVoG-Finale gesehen hatte, war es dann komplett um mich geschehen. Im Fernsehen kam der Auftritt gar nicht so gewaltig rüber – im Studio hatte sie mit „Castles“ mal eben die Hütte abgerissen. Auf ihrem Album chargieren die Songs zwischen absolut catchy und „gar nicht mal so einfach ins Ohr zu bekommen“, zwischen fröhlichem Pop und melancholischer Schwurbeligkeit.

Wer mir auf Insta folgt und hin und wieder einen Blick in meine Stories riskiert, kann sich vielleicht an den Post hier erinnern. Das Ergebnis war für mich kein Wunder, ist das Album jetzt echt kein Klassiker, den jeder mit auf die Insel nehmen würde. Das ein Viertel allerdings „Ja“ dazu gesagt hat, fand ich schon erstaunlich viel, auch wenn das für mich nicht ausschlaggebend war.

Denn mal ehrlich: wenn man schon die Einsamkeit einer Insel ertragen muss, sollte man wenigstens eine Frau im Gepäck haben, selbst wenn es nur auf Vinyl ist 😉

So, jetzt seid ihr dran – fünf Alben für die Insel! Ich bin gespannt 🤗

15 Kommentare zu „5 Alben für die Insel

Gib deinen ab

  1. Das wird jetzt nicht so einfach

    Kate Bush – Aerial
    Billy Joel – The Nylon Curtain
    Tori Amos – Little Earthquakes
    INXS – Greatest Hits (weil nur auf der 1 Song drauf ist, der auf keinem anderen Album drauf ist, und ich mich zwischen den regulären Alben nicht entscheiden kann)
    Mike Oldfield & Royal Philharmonic Orchestra – The Orchestral Tubular Bells.

    PS: ich hatte 2018 ein anderes Best-of-Album von INXS im Urlaub mit und das 3 Wochen fast dauernd laufen.

    Gefällt 1 Person

      1. Man könnte auch statt dessen gleich mit Musikern der Wahl eine eigene Band zusammenstellen, damit die dann ein Wunschkonzert spielen. Oder eine Jam Session unplugged.

        Gefällt 1 Person

  2. Ich hoffe, das wird mir nie passieren und wenn, dann:

    Bruce Springsteen „Darkness On The Edge Of Town“
    Billy Joel „Storm Front“
    Calvin Russell „Calvin Russell“
    STS „Augenblicke“
    Rammstein „Sehnsucht“

    Gefällt 1 Person

      1. Ich bin auch nicht unbedingt ein Fan von Rammstein, hab nur die ersten drei CDs (2 Studio und 1 Live) in meinem Regal stehen, aber alle zwei bis drei Jahre höre ich sie mir gern an. Sind halt eine gute Abwechslung 😉

        Gefällt 1 Person

  3. Ganz ganz schwierig, ich wage mal einen Versuch… als jemand der in de 90ern aufgewachsen ist – unkommentiert, DJ.Bobo hats nicht geschafft 🙂
    Eddie Vedder – Into the Wild
    R.E.M. – Automatic for the People
    System of a Down – Toxicity
    The Verve – Urban Hymns
    Tracy Chapman

    Gefällt 1 Person

      1. Wie du schon schriebst, der Fokus liegt auch für mich ganz klar auf nicht totzuhörenden Alben, etwas melancholisch, aber auch zum mitsingen – und eine Frauenstimme muss eben auch dabei sein, sonst würde ich ja verrückt ;-).

        Gefällt 1 Person

  4. Guten Morgen,ist garnicht so einfach 5 Alben nur. Denn wie du sagst hat.man die vielleicht irgendwann satt,auch wenn es ein Favorit ist.
    So dann spielt noch die Stimmung mit,denn nicjt jeder Tag ist gleich,auch auf einer Insel nicht.
    Von daher entscheide ich mich ,in meiner heutigen Stimmung für:
    -Dire Straits/Communique
    -Joe Cocker/With a little Help from my Friends
    -J.J.Cale/Orientierung
    -Lynyrd Skynyrd/pronounced ‚leh-nerd’skin-nerd
    -Queen-The Game

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: